Schaf im Wolfspelz

Short Thriller Story

Nicht jedes schwarze Schaf ist ein Unschuldslamm im Wolfspelz.

h.m.k.

Hoch über den nächtlich funkelnden Lichtern Frankfurts glitt die Schiebetür einer Dachterrasse auf. Eine junge Frau in einem hautengen Cocktailkleid balancierte ein Tablett mit leeren Gläsern, Flaschen und geplünderten Häppchentellern hindurch, um es in die offene Küche des Penthauses zu bugsieren.

»Schatz«, rief sie nach draußen, »vergiss nicht, die Lichterketten und den Heizpilz auszuschalten!«

Alle Gäste der kleinen Geburtstagsfeier für ihren Lebensgefährten Jonas hatten sich kichernd und lamentierend getrollt, und während sich Lisann auf ein Sofa fläzte, kam er mit weiteren Flaschen herein.

»Was hast du so lange da draußen gemacht?«

»Ich hoffe nach wie vor, dass irgendwo mein Handy wieder auftaucht.« Er schaute wie ein Bernhardiner, dem man das Rumfässchen geklaut hatte.

»Das wird es auch. Verlorenes darf man nicht suchen, es kommt von alleine zurück.«, tröstete ihn Lisann, stand auf und küsste ihn auf die Wange. »Geh schlafen, alter Mann, ich schlage uns für morgen früh noch eine Schneise bis zur Kaffeemaschine durch das Chaos.«

Jonas zog eine Grimasse. »Der alte Mann wird dir gleich zeigen, wie süß Rache schmeckt. 26 bin ich geworden, nicht 62!« 

Lisann boxte ihn scherzhaft auf den Oberarm und beide kugelten sich vor Lachen. »Ich wäre vor Scham wegen des Zahlendrehers auf deiner Torte am liebsten im Erdboden versunken«, gestand sie.

Auf dem Weg ins Bad zog Jonas sein Hemd aus und warf es im Vorübergehen durch die geöffnete Schlafzimmertür auf das Bett. Sein muskulöser Körper stand in bizarrem Kontrast zu dem jungenhaften Gesicht mit dem Bürstenhaarschnitt und der hellen Haut. Er stutzte, denn im spärlichen Schein der Flurleuchte bemerkte er, dass das Bettzeug so zerwühlt war, als seien sie eben erst aufgestanden.

»Liebes?«, rief Jonas, »hast du heute morgen das Bett gemacht?«

Lisann guckte um die Ecke und antwortete pikiert: »Was ist denn das für eine Frage? Ich habe sogar die Steppdecke darüber gelegt, falls wir noch einen Ablageort für die Gästegarderobe benötigten.«

»Na, ich fürchte, hier haben sich mindestens zwei Gäste komplett abgelegt.«

»Iiieh, diese Ferkel!«, empörte sich Lisann. »Wer wohl? Aber ehrlich gesagt ist mir das jetzt schnurz, nur schlafen will ich nicht darin, bevor es frisch bezogen ist.«

Jonas hatte sich inzwischen neben das Bett gekniet, um darunter nach möglichen Hinweisen auf die Matratzenkaperer zu suchen. Auf der Fensterseite wurde er fündig. Bäuchlings robbte er ein Stück weiter und holte ein abgewetztes Lederetui, an dem eine schüchterne Wollmaus haftete, hervor. Ein Smartphone! Jonas sog scharf die Luft ein, als er es einschaltete. Der Sperrbildschirm öffnete sich und er glaubte, in einen Spiegel zu schauen, als er seine eigenen meergrünen Augen erkannte, die so charakteristisch mit dichten, hellen Wimpern gesäumt waren. 

Zur Täuschung ließ er Wasser plätschernd ins Waschbecken laufen, um sich im Badezimmer Bild und Handy genauer anzusehen. Sein Konterfei sah direkt in die Kamera und lächelte selbstbewusst. Die verschwitzten rotblonden Haare waren eine Idee zu lang, wie er fand, und die Nase glühte sonnenbrandverdächtig. Merkwürdig war der Hintergrund, der die Pyramiden von Gizeh zeigte, aber er erinnerte sich nicht an Ägypten. Erleichtert stellte er fest, dass er keinen Sperrcode benötigte, um zu den Apps und Ordnern des Startdisplays zu swipen. In der unteren Leiste markierte eine rote Zahl neben dem Icon des Anbieters den Eingang einiger Nachrichten. Jonas überflog den Verlauf und blieb an der letzten hängen: 

»ICH WEIß, WAS DU GETAN HAST!« 


»Alles in Ordnung bei dir da drin?« Lisann trommelte sanft mit den Fingernägeln an die Tür.

»Äh – klar, warum nicht?«, antworte Jonas und steckte hektisch das Handy zwischen einen Stapel frischer Handtücher. »Komm rein!« 

Sie öffnete die Tür einen Spalt breit und steckte ihren dunklen Lockenkopf hindurch. »Und warum lässt du das Wasser laufen und schaust ihm dabei zu als seien es die Niagara Fälle? Geht´s dir nicht gut? Du bist ziemlich blass. Zuviel getrunken?«

»Hör´ auf, mich zu löchern!«, sagte Jonas unwirsch und schob sich an ihr vorbei ins Schlafzimmer. »Es geht mir gut, ich bin nur entsetzlich müde.«

»Entschuldige, dass ich mir Sorgen mache! Aber seit der Sache mit Jakob hast du dich verändert. Früher warst du offenherziger und nicht so zugeknöpft wie eine Nonne.«

»Auch wenn wir kaum Kontakt hatten, steckt man den Verlust eines Bruders nicht einfach weg und geht zur Tagesordnung über!«

»Das verlangt niemand von dir, Schatz. Aber wir könnten darüber reden. Ich spüre doch, wie sehr dich das belastet.«

»Gib mir einfach ein bisschen mehr Zeit, okay?« Jonas zog sie ungestüm an sich und küsste sie.

Ein zart bimmelndes Alarmglöckchen beunruhigte Lisann und sie wand sich aus seiner Umarmung. »Wie du willst. Aber jetzt putz dir die Zähne, du schmeckst nach Whisky.« Aber sie schmeckte noch etwas anderes. Oder jemanden?

Nachdem er sicher war, dass Lisann auf dem Wohnzimmersofa fest schlief, schlich Jonas ins Bad und holte das Mobiltelefon aus dem Versteck. Dann verzog er sich damit in sein Arbeitszimmer, setzte sich in den Lesesessel und grübelte. Die SMS waren von Freunden und Arbeitskollegen, wobei die ältesten das Datum vom 22.01. trugen. Da fast jeder danach vom Verlust des Handys erfahren hatte, hatte es nur wenige neue Nachrichten gegeben und mit einer Antwort rechnete ohnehin niemand mehr. Von wem aber war diese Letzte? Die Nummer hatte er schon trefferlos mit der Kontaktliste abgeglichen. Erneut rief er sie auf und starrte fassungslos auf das Datum – sie war erst am Vormittag des 04.04. verschickt worden! Warum war ihm das nicht gleich aufgefallen? Wer schickt mir an meinem Geburtstag und zufällig an genau dem Tag, an dem ich das Handy finde, diesen Text und warum?


Jonas erwachte fröstelnd. Lisann, die sogar in Joggpants und Hoody umwerfend aussah, hatte den ganzen Vormittag aufgeräumt und geputzt.

»Hey, guten Morgen, Schlafmütz«, begrüßte sie ihn und stellte ihm einen Becher mit frisch gebrühtem Kaffee hin.

»Selber guten Morgen! Aber ich bin eher Brummbär, denn ich habe mich im Sessel total verlegen.« 

»Hast du wenigstens etwas Schönes geträumt, damit es in deinem neuen Lebensjahr in Erfüllung gehen kann?«

»Mein Traum ist längst in Erfüllung gegangen«, sagte Jonas. »Ich habe dich!«

»Du bist süß, aber du wirst dennoch heute Nachmittag auf mich verzichten müssen, denn ich bin mit Tess verabredet. Ich beziehe nur noch das Bett und dann kannst du die freie Zeit nutzen und deinem geplagten Rücken ein Schläfchen gönnen.« 

»Das klingt zwar äußerst verlockend, aber ich denke, ich werde den Nachmittag selber für ein paar Erledigungen nutzen.«

»Am Sonntag? Was kann man da erledigen?«

»Kram.«

»Oh, sorry, dass ich gefragt habe! Du tust es schon wieder! Egal, was ich in letzter Zeit frage, du bügelst mich ab.« Lisann flüchtete ins Schlafzimmer und warf die Tür energisch hinter sich zu.

Wenige Stunden später saß sie bei ihrer vertrautesten Freundin Tess und ließ, wie so oft in den vergangenen Wochen, Dampf ab. Zweifel und Misstrauen waren wie giftige Chemikalien in ihre Beziehung mit Jonas gesickert. Und Tess wusste von ihrem Verdacht, er könnte eine Affäre haben. Lisann hatte kürzlich eine berufliche Chance genutzt und ab Mitte Januar für zwei Monate im schottischen Glasgow gearbeitet. Seit März war sie wieder zurück, aber Jonas war jetzt häufiger unterwegs, ohne ihr zu sagen, wohin. Gut, er war ihr keine Rechenschaft schuldig, aber es bedeutete eine Abweichung von seiner Gewohnheit, ihr alles zu erzählen. Jonas war ein extrovertierter, fröhlicher Typ, trug sein Herz auf der Zunge und war deshalb beliebt und recht erfolgreich in seinem Job. Jetzt wirkte er oft gedankenverloren und manchmal seltsam gezwungen. Eine solche Wesensänderung hatte doch einen Grund! Er selbst schob es auf den tragischen Unfalltod seines Bruders. Leider hatte Lisann ihm in dieser Zeit nur per Email beigestanden, denn nicht mal zur Beerdigung hatte sie Urlaub bekommen. Logisch, dass sie in Gedanken Jonas in den tröstenden Armen einer anderen Frau sah.

»Hat das gestern mit dem Handy geklappt?«, fragte Tess, »oder ahnt er etwas?«

»In dem Tohuwabohu gestern hätte er nicht einmal bemerkt, wenn Einbrecher unsere komplette Einrichtung rausgetragen hätten. Ich habe gewartet, bis er sich auf der Terrasse mit dir unterhielt, bin ins Schlafzimmer gehuscht und habe das Ding unters Bett geschoben. Nur die Wochen davor habe ich auf glühenden Kohlen gesessen, denn während er es überall suchte, hatte ich es die ganze Zeit über in meiner Wäschekommode in dicken Wollsocken versteckt. Ich war heilfroh, es endlich wieder los werden zu können!«

Lisann war erst eineinhalb Wochen in Glasgow, als sie die Gelegenheit für ein Wochenende zu Hause beim Schopf packte. Sie hatte Jonas eine Nachricht geschickt, auf die er nicht antwortete. Ihre Enttäuschung war umso größer, als er sie auch nicht am Flughafen erwartete. Sein Arbeitszimmer hatte sie nur deshalb betreten, um im Tischkalender seine Termine zu checken, und dabei hatte sie sein Handy auf dem Schreibtisch liegen sehen. Warum trug er es nicht bei sich? Ihre Nachricht, fand sie heraus, hatte er offensichtlich nicht einmal gelesen. Als sie Jonas kurz darauf kommen hörte, ließ sie das Smartphone erschrocken in ihrer Kommode verschwinden. Jonas war zur Salzsäule erstarrt, als er sie sah, und Lisann war sich nicht sicher, ob vor freudiger Überraschung oder panischem Entsetzen. Nach dem Austausch gegenseitiger Erklärungen und Entschuldigungen wurde es zwar noch ein harmonisches Wochenende, aber eine dunkle Wolke hatte sich vor die Sonne geschoben. Sein Handy hatte sie später vollkommen vergessen und obwohl sie mitbekam, wie intensiv er danach suchte, traute sie sich erst gestern die ungewöhnliche Rückgabe zu. 

»Die vereinbarte Botschaft habe ich gleich gestern Vormittag abgeschickt«, sagte Tess, »aber jetzt muss sie wirken. So wie ein Giftstachel, der erst nach und nach das Toxin freigibt.«

»Tess, wenn ich dich nicht hätte! Ohne dich hätte mich der Mut längst verlassen. Du weißt, wie grottenschlecht ich lüge!«

Die Freundin errötete. Es stimmte, es war ihre Idee, Jonas aus der Reserve zu locken. Sie ertrug es nicht, wie Lisann unter der andauernden Ungewissheit litt. Im Internet hatte sie sich kurzentschlossen ein günstiges Gebrauchthandy mit hochauflösender Kamera und eine Prepaid-Karte besorgt, das nur dazu diente, Jonas nachzuspionieren. Und an den beiden Tagen, an denen sie ihm in eine Siedlung am Stadtrand gefolgt war, hatte er im Sethweg vor einem geklinkerten Zweifamilienhaus geparkt und war in der Wohnung im ersten Stock verschwunden. Mit diesem Handy hatte sie dann etliche Fotos geschossen und beim zweiten Mal sogar das Klingelschild fotografiert. J. Schäfer stand dort in weißen Buchstaben auf einem schwarzen Plastikstreifen.

Aus Tess´ Kleid ertönte das kurze Tröten einer Fahrradhupe. Die beiden Frauen starrten sich einen Augenblick erschrocken an, doch Tess grinste, holte das Köderhandy aus einer Tasche und las die eingegangene Nachricht vor:

»Wer ist ICH?« 

»Kein Wort zuviel«, lästerte Tess. »Soll ich ihm gleich antworten oder … sollen wir lieber aufhören?«

Lisann schüttelte energisch den Kopf. »Wer A sagt, na, du weißt schon. Mach, schreib dem Schuft! Ich will endlich wissen, ob meine Rivalin eine Jasmin, Jeanette, Julia oder Johanna Schäfer ist.« Tess tippte die Zeilen, wählte das Bild für den Anhang aus und schaute ihre Freundin fragend an. Sie nickte und Tess tippte auf absenden.

»Ich denke, ich sollte jetzt gehen«, sagte Lisann, stand auf und umarmte ihre Freundin. »Er wird heute nichts mehr von sich hören lassen. Aber bitte geh´ unter keinen Umständen ran, wenn das Telefon klingelt!«

»Ach, Süße, ich bin pummelig, nicht hummeldumm. Pass auf dich auf! Wer weiß, vielleicht kommt doch alles wieder ins Lot.« 


Jonas saß währenddessen in seinem Zimmer und wog sämtliche Optionen ab, während er auf die Beantwortung der gerade verschickten Frage wartete. Er hätte die Absendernummer anrufen und hoffen können, dass sich derjenige mit Namen meldete, aber das hätte nicht funktioniert. Hießen nicht heute alle Leute bloß Hallo? Mit Ausnahme des gigantischen Schrecks durch Lisanns überraschenden Wochenendbesuch am Tag nach Jakobs Tod und seinem ersten im Penthaus, war alles prima gelaufen. Letztlich war das für ihn der berühmte Sprung ins kalte Wasser! Aber warum, zur Hölle, läuft jetzt plötzlich alles aus dem Ruder? Seit dem Todestag seines Bruders war das Smartphone verschollen. Wo hast du dich zehn Wochen lang herum getrieben, fragte Jonas das Gerät stumm. Pling, sagte es.

Das ging aber fix! Und es gab sogar einen Bildanhang, den er gierig zuerst öffnete. Voller Entsetzen starrte er auf das Namensschild der Wohnung im Sethweg. Der Text dazu:

»DEIN RETTUNGSANKER. WENN DU LISANN NICHT DIE WAHRHEIT GESTEHST, WIRST DU ES BITTER BEREUEN.«

Trotz der anfliegenden Panik vermied er es, überstürzt zu reagieren, denn vordringlicher war die Klärung des Absenders. Der Schreiber wusste, dass das Handy nach wochenlangem Verlust gestern auftauchen würde. Womöglich weil er es selber dort deponierte? Das war, wie er es sah, nur Lisann und den Geburtstagsgästen möglich. Aber welcher Gast hatte ein Motiv? Wo war die Verbindung? Nein, Lisann musste er auf den Zahn fühlen, denn sie wurde nicht grundlos erwähnt. Aber solange sie bei Tess … war, würde er den restlichen Nachmittag … Tess

Jonas nahm das Mobiltelefon mit, fuhr in Jakobs Wohnung und stapelte Kartons mit den wenigen, wertlosen Habseligkeiten, um sie später auf der Mülldeponie zu entsorgen. Jede Erinnerung an seine Kindheit gehörte getilgt, ausradiert, für immer gelöscht! An nur einem einzigen Tag hatten die Geschwister beide Elternteile durch einen brutalen Akt der Gewalt verloren. Die genauen Umstände konnten von den Behörden nie geklärt werden, da die einzigen Zeugen die minderjährigen Brüder waren, die danach in ein Kinderheim kamen. Jakob galt schon immer als schwierig und blieb bis ins Erwachsenenalter überall das schwarze Schaf. Ich hingegen hatte mit der Adoption wirklich Schwein, dachte er. Und sein größtes Lebensglück wurde ihm vor einem Jahr durch Lisann geschenkt!

Warum nur hatte ihm Jakob in sein Leben hinein grätschen müssen? Meldete sich urplötzlich nach all den Jahren und machte einen auf Familie. Zweimal hatten sie sich, außer an seinem Todestag, hier im Sethweg getroffen. Aber der Blindgänger kapierte partout nicht, dass die alte Familie für Jonas nicht mehr existierte. Selber Schuld! Und war er dann nicht mit Leib und Seele der trauernde Bruder, als die Polizei später kam und ihn vom Auffinden von Jakobs Überresten in der Asche des alten Schobers berichtete? In Wirklichkeit galt seine größte Sorge dem Handy, das sein Bruder entweder vergessen oder verloren, auf jeden Fall aber nicht bei sich hatte, als er sein eigenes im Austausch neben der Leiche deponieren wollte. Die Polizei ermittelte rein routinemäßig, ging aber, wie sie ihm versicherten, von einem Unfall oder Freitod aus. Wäre das Smartphone nicht unter so mysteriösen Umständen wieder aufgetaucht, hätte sich Jakob schon längst im Dunst des Vergessens aufgelöst. Vergessen war überlebenswichtig! Wichtiger als Liebe? Letztlich, ja! Er holte hastig das Smartphone hervor und tippte:

»Mein einziger Rettungsanker ist Lisann, aber sie ist es auch, die mein Geständnis bereuen wird.« 


Lisann war vor Jonas zurück. Nervös erhoffte sie endlich ein klärendes Gespräch. Eine ganze Weile nach ihr kam er nach Hause und beide belauerten sich gegenseitig wie jederzeit zum Sprung bereite Raubtiere. Erst lange nach dem Abendessen fragte Jonas mit gespielter Gleichgültigkeit: »Tja, welches meiner zahlreichen Geheimnisse soll ich denn nun für dich enthüllen, Liebes?« Ihre Gesichtskirmes daraufhin fand er zum Schreien komisch! Und ihr langes Zögern demonstrierte einmal mehr ihre Unfähigkeit zur Lüge. Instinktiv spürte er, dass damit der Schlussakt des Schauspiels eingeläutet wurde. Er trat nach. »Du musst mir helfen, denn ich weiß nicht, was du von mir hören möchtest. Willst du vielleicht Tess anrufen?« Er grinste wölfisch.

Lisann fühlte sich komplett überfahren und beschämt. So hatte ich mir das nicht vorgestellt, dachte sie. Hätten sie bloß nicht diesen idiotischen Handy-Plan ausgeheckt! Wie zwei unreife Teenies, die Räuber und Gendarm spielten. »Wie hast du es herausgefunden?«, fragte sie dünn.

»Genau genommen erst gerade eben, durch deine Frage – ich habe gepokert und einen Royal Flush!« Jonas sprang kindisch jubelnd vom Sofa auf und lachte sie aus. Sie versuchte gar nicht erst, sich zu rechtfertigen, sondern ließ die ganze Wahrheit aus ihr heraussprudeln wie aus dem Überlauf eines Staubeckens.

»Ich musste etwas tun. Im Januar, als ich heulend auf meinen Flieger nach Glasgow wartete, du erinnerst dich? Da hat mich Jonas, der große Junge mit dem Schalk im Nacken, mit Zukunftsplänen und ausreichend Optimismus für uns beide getröstet. Für mich klangst du bis zu diesem Tag nach Dur. Abgeholt hat mich Moll. Jonas, der Grübler, der In-sich-Gekehrte, der Rätselhafte. Beide lieben mich, das fühle ich. Aber ich kann nur den ersten lieben, denn ich verabscheue Geheimnisse und Versteckspiele, und ich bin mir sicher, dass nur eine andere Frau dahinter stecken kann.«

»Wie? Den ganzen Mummenschanz habt ihr ausgeheckt, weil du glaubst, ich hätte eine Affäre?« Jonas lachte jetzt nicht mehr.

»Ja, logisch! Du, alleine hier – ich weit weg in Schottland. Gelegenheit macht Diebe, heißt es nicht so? Und dann die Wohnung von J. Schäfer, zu der du sogar einen Schlüssel hast!«

»Lisann … ich liebe dich! Nur dich! Das muss doch reichen.«

»Nein, das reicht mir nicht! Irgendetwas stimmt nicht mit dir. Du hast eine verflucht harte Zeit hinter dir wegen deines Bruders und ich konnte dir nicht beistehen, aber …«

»Harte Zeit?«, fuhr Jonas dazwischen, »du denkst, ich hatte sie wegen Jakobs Tod? Du hast keine Ahnung, wie hart die Zeit mit ihm war!« 

»Was meinst du?«

»Gut, wenn du es unbedingt wissen willst. Wir hatten jahrelang keinen Kontakt mehr. Er wollte unbedingt, aber ich habe das immer unterbunden. Ich brauchte ihn nur zu sehen und mir wurde kotzübel! Alles an ihm erinnerte mich an unsere Kindheit, die alles andere als ein Streichelzoo war. Eltern sollten ihre Kinder lieben, ihnen auf ihren eigenen Weg ins Leben helfen und sie vor Monstern schützen. Unsere Mutter war das Monster! Ein despotisches Ungeheuer, kälter als jeder Gefrierschrank, von dem wir nur lernten, Prügel auszuweichen, uns unsichtbar zu machen, zu lügen, um wieder neuen Schlägen zu entgehen oder sie den Bruder einstecken zu lassen.«

Lisann war erschüttert und den Tränen nah. Er hatte ihr nie von der Zeit vor seiner Adoption erzählt. »Und euer Vater? Hat er euch nicht beigestanden?« 

»Vater war ein Schwächling, ein Duckmäuser, ein jämmerlicher Lauch, der sich nicht anders verhielt als ein weiteres Kind des Monsters. Ihr müsst artig sein, dann tut sie euch nicht weh!«, äffte ihn Jonas mit hoher Stimme nach.»Dabei hat er genauso viel abbekommen wie wir. Halt, das stimmt nicht – am Ende war es sogar mehr!« 

Als Lisann ihn fragend ansah, fuhr Jonas fort: »Mittags, an einem dieser nie enden wollenden Horrortage, Mutter war gerade erst aufgestanden und in die Küche geschlurft, um sich die erste Fluppe anzuzünden, kam sie, vielleicht weil ich ihr zufällig näher stand als mein Bruder, auf die Idee, mir die Glut auf meinen Unterarm zu drücken und ich schrie wie am Spieß.« Lisann schauderte – sie kannte die runde, wulstige Narbe auf seinem Arm, hatte aber nie nach der Ursache gefragt. »Herrgott – ich war erst neun! Vater kam angestürzt, riss mich von ihr fort und es kam zu einem heftigen Streit zwischen ihnen. Doch dieses Mal war es anders, denn die Niete wehrte sich und sie rangen. Wie zwei plumpe Primaten schubsten und schlugen sie sich, bis mein Vater plötzlich inne hielt und mit erstaunt aufgerissenen Augen an sich heruntersah. Wir folgten seinem Blick und sahen nun auch das Heft des Gemüsemessers aus seinem Bauch ragen. Er ließ Mutter los, taumelte benommen rückwärts und lehnte sich an den Herd. Dann nutzte er den winzigen Augenblick ihrer Überraschung, griff hinter sich, hob die schwere Gusspfanne von der Platte und schwang sie unter tierischem Gebrüll gegen Mutters Kopf. Beide gingen zu Boden und mein Vater tat, was er nicht hätte tun dürfen – er zog sich das Messer aus dem Bauch. Er war verblutet, noch bevor der Notarzt eintraf. Noch nie zuvor hatte ich soviel Blut gesehen! Meine Mutter nahmen sie auch mit, aber auch sie starb noch in der folgenden Nacht an einem Schädel-Hirn-Trauma.«

Lisann hatte entsetzt und angeekelt der sachlichen Schilderung zugehört. »Und was geschah mit euch Kindern?«

»Weil es keine Angehörigen gab, kamen wir ins Heim«, sagte Jonas lapidar. »Und Ende. Mehr möchte ich von diesem buchstäblichen Lebensabschnitt nicht erzählen. Ich habe ihn von meinem Leben abgeschnitten! Er hat keine Bedeutung mehr.« Dass das nicht der Wahrheit entsprach, erkannte Lisann am Zittern seiner Unterlippe.

»Ich weiß aber immer noch nicht, was deinem Bruder im Januar zugestoßen ist.«

»Das geht dich auch nichts an. Bitte respektiere das!« Er klang wieder gereizter.

»Wenn du nicht darüber reden willst, okay. Aber hast du nicht früher immer gepredigt, wie wichtig dir Aufrichtigkeit in einer Beziehung ist? Ehrlichkeit ist doch keine Einbahnstraße!«

»Könnten wir dieses Thema jetzt beenden?« Der Satz sirrte mit der Schärfe eines Schwerts durch die Luft.

In der entstehenden Pause folgte Lisann einem neu auflodernden Gedanken. »Wenn du keine Affäre hast, das also nicht das von mir vermutete Geheimnis ist, welche Aufklärung fürchtest du dann? Unsere SMS haben dich irritiert, stimmt´s? Hat das was mit Jakob zu tun?«

»Jakob ist tot, hörst du mir nicht zu? Jonas lebt und mit ihm stimmt alles. »Und wenn du nicht endlich aufhörst, ständig meinen Bruder zu erwähnen, dann …«

»Was dann, Jonas? Drohst du mir etwa?« Mit bestechend klarer Gewissheit erkannte Lisann plötzlich, dass ihre Beziehung unrettbar verloren war. Zu ihrer eigenen Überraschung war sie vollkommen gefasst, als sie tief Luft holte und sagte: »Ich möchte, dass du gehst. Für immer.« Sie sah Jonas an, sah in die traurigen Augen eines geprügelten Hundes und wäre fast wieder weich geworden. »Ich ziehe ein paar Tage zu Tess, dann hast du Gelegenheit zu packen.«

Jonas stand reglos da. Er sollte gehen … sie verlassen? Unmöglich! Nein, niemals! Wie viele Jahre hatte er darauf verwandt, sich aus dem dunklen, engen Kokon zu befreien, sich zu entfalten und davon geträumt, zu leben und endlich fliegen zu können. Ihretwegen hatte er sogar die letzte und schwerste Hürde überwunden – nur für sie! Ohne Lisann, kein Jonas. Ohne Jonas, keine Lisann. Und Jakob? … O, hau ab! 

Mit wenigen großen Schritten war er plötzlich in der Küche, hakte die Grillpfanne vom Hängeregal über der Theke und trat hinter die Wohnzimmercouch, auf der Lisann ahnungslos und in Gedanken versunken, mit dem Rücken zu ihm, saß. Kurz bevor er mit dem eisernen Schläger wie für einen Schmetterball ausholte und dabei ihre rechte Schläfe anvisierte, lehnte sie sich unerwartet vor, um sich ein Papiertaschentuch vom Tisch zu nehmen und die Pfanne traf krachend ihre Schulter. Unsäglicher Schmerz raste wie ein ICE durch ihren Körper! Durch die Wucht des Schlages kippte sie nach links und entging in der Deckung der Rückenlehne einem weiteren Hieb. Die Zeit, in der Jonas jetzt um die Couch herum einen Frontalangriff versuchte, nutzte sie geistesgegenwärtig, um sich auf die Knie fallen zu lassen und von ihm weg zu robben. Als sie aufstand, wurden die erbitterten Gegner durch die Couch getrennt.

»Jonas!«, stöhnte sie fassungslos, »bist du wahnsinnig geworden? Willst du mich umbringen?« Das Adrenalin in ihrem Kreislauf drängte den Schmerz in der Schulter zurück und ihre Gedanken überschlugen sich auf der Suche nach einem Ausweg. Jede ihrer Bewegungen wurde auf etwaige Schwächen taxiert. Er folgte ihrem flüchtigen Blick zur Haustür.

»Vergiss es!« Seine Stimme war nicht kalt, sie klirrte frostig wie eine Polarnacht.

Sie wimmerte jetzt und bettelte: »Bitte lass mich gehen! Warum bist du so böse auf mich … was willst du, Jonas?« 

Er fuchtelte irre mit der erhobenen Pfanne und sagte: »Das hier will Jonas! Und das kann Jonas verdammt gut. Frag Jakob, der hat´s genau gesehen! Mutter hat noch zwei Schwinger extra von Jonas bekommen, einen für das Brandloch, plus einem Bonus – den hatte sie sich in den neun Jahren wirklich redlich verdient. Und jetzt gibt´s einen für dich, weil du Jonas liebst, nicht mich.«

Nicht nur wegen der qualvollen Verletzung konnte Lisann ihm gedanklich nicht mehr folgen. Was erzählte er denn da? War er vollkommen plemplem? Ihre Schulter pochte, während beide wie Kinder um die Couch tanzten, die Fangen spielten. 

Plötzlich hämmerte es gegen die Haustür und der Gong läutete Amok. Eine Welle unendlicher Erleichterung schwappte mit soviel Wucht über Lisann, dass sie um ein Haar zusammengebrochen wäre, aber noch war sie mit dem Psycho alleine. Hatte er es überhaupt mitbekommen? Jonas belauerte sie wie ein Wolf seine Beute, aber die kleine Unsicherheit als es jetzt erneut, deutlich fordernder, an der Tür wummerte, führte dazu, dass er den Arm mit der Pfanne sinken ließ. Eine Pause von drei, vier Sekunden entstand, dann splitterte das Türblatt um das Schloss herum und die Tür schwang kreischend bis zum Anschlag auf. Zwei uniformierte Polizisten stürmten herein, erkannten den Angreifer und stürzten sich unverzüglich auf Jonas, um seine Hände auf dem Rücken zu fixieren. Hinter ihnen trat ein großer, untersetzter Mann, Mitte vierzig, in Jeans und Lederjacke in das Penthaus und hielt eine Dienstmarke und einen Ausweis hoch.

»Kriminalpolizei Frankfurt, ich bin Kriminalhauptkomissar Warnecke. Herr Jakob Schäfer? Sie sind vorläufig festgenommen wegen des dringenden Verdachts des vorsätzlichen Mordes an ihrem Bruder Jonas Wolf. Sie haben das Recht …« Neben ihm rumpelte es. Lisann war zusammengesackt.


Sie war nicht vollkommen bewusstlos, aber sämtliche Sinneseindrücke mussten das Wasser erst bis zum Grund des Sees durchdringen, auf dem sie sich zu befinden glaubte. Schwerelos trieb sie zurück an die Wasseroberfläche, wo sie sich mit erhöht gelagerten Beinen auf dem Sofa wiederfand. Vor ihr saß Tess auf dem Tisch und schaute sie besorgt an. »Na, Süße, geht´s wieder?« Jonas und die beiden Polizisten waren fort. 

»Sie sollten sich wegen der Schulter unbedingt in die Klinik fahren lassen!«, sagte Kommissar Warnecke, der auf dem Sessel gegenüber Platz genommen hatte. »Ich bedaure, dass wir uns nicht unter erfreulicheren Umständen kennengelernt haben.«

»Ehrlich, der Augenblick ihres Erscheinens hätte gar nicht erfreulicher sein können«, antwortete Lisann mit kraftloser Stimme. »Sozusagen à point!«

 Sein Lächeln war sympathisch. »Es wäre schön, wenn sie, nachdem sie sich erholt haben, zu einer Aussage ins Präsidium kommen könnten. Meine Karte liegt auf dem Tisch.«

»Nein, bitte, gehen sie noch nicht! Ich muss das wissen, die Namen haben mich total verwirrt. Wen soll Jonas getötet haben? Da muss eine Verwechslung vorliegen!«

»Leider nicht. Und es tut mir ehrlich leid, ihnen mitteilen zu müssen, dass wir am 22. Januar die Leiche ihres Lebensgefährten Jonas Wolf in der Asche einer bis auf die Grundmauern niedergebrannten Scheune aufgefunden haben und nicht die von Jakob Schäfer, seinem Bruder, wovon wir zunächst ausgegangen waren. Das Wenige, das der Rechtsmedizin für eine Analyse noch zur Verfügung stand und die Aussage des Mannes, der vorgab Jonas Wolf zu sein, führten bedauerlicherweise zu diesem anfänglichen Irrtum. Ein Detail erregte dann unseren Verdacht. Neben den menschlichen Überresten lagen verbrannte, zu einem Häufchen angeordnete Bruchstücke eines kompletten, vor dem Brand mutwillig zerstörten Smartphones, was so weder durch einen Unfall, noch einen Selbstmord erklärbar war. Anlass genug, uns fernerhin mit der Familie des Opfers näher auseinander zu setzen. Als uns nun ihre Freundin vor einigen Stunden besorgt wegen einer erhaltenen SMS anrief, die sie im Verlauf eines provokanten Streiches erhielt, war diese Information ein weiteres Puzzlestück für den dringenden Tatverdacht, dass sich Jakob Schäfer die Identität seines Bruders, ihres Lebensgefährten Jonas Wolf, angeeignet hatte. Grund genug für unseren Überraschungsbesuch am Sonntagabend.«

»Aber das ist totaler Quatsch!« Lisann war empört. »Der Mann, den sie eben verhaftet haben, ist Jonas. Meinen sie nicht, ich hätte es bemerkt, wenn plötzlich ein anderer Mann den Platz meines Lebensgefährten, dem Mann, mit dem ich seit über einem Jahr intim bin, eingenommen hätte? Das ist doch lächerlich!«

»Nicht unbedingt. Vielleicht wissen sie nicht, dass Jakob Schäfer und Jonas Wolf nicht nur Brüder waren. Sie waren eineiige Zwillinge. Sicher, nicht alle sehen sich so ähnlich, dass sie sogar Angehörige täuschen können, aber in diesem Falle war es so. Die äußerst brutale, gestörte Mutter hatte den kleinen Jonas sogar gebrandmarkt, um die Kinder auseinander halten zu können.«

»Schrecklich, ich weiß, und genau diese Narbe hat Jonas doch!«

»Nun, vielleicht hat er im Laufe seiner über Jahre dauernden Metamorphose auch an dieses Detail gedacht. Ihr Auslandsaufenthalt war aller Wahrscheinlichkeit nach, die ideale, passende Gelegenheit für den Identitätstausch. Die frappierende äußerliche Ähnlichkeit konnte allerdings nie über die charakterlichen und psychischen Differenzen hinweg täuschen, die die Brüder mehr trennten als verbanden. Hätten sie deswegen mit ihrer Freundin nicht diesen Streich ausgeheckt, wäre Jakob vielleicht sogar damit durchgekommen. Denn nicht nur die Blutgruppen, sondern auch die DNA ist zu 99,999 Prozent identisch bei eineiigen Zwillingen. In den Unterlagen des Kinderheims fanden wir dann einen letzten entscheidenden Hinweis zur Klärung der wahren Identität. Einer der beiden Jungen hatte, kurz nach ihrer Aufnahme dort, bei einer Prügelei eine Hodentorsion erlitten, die zu spät operiert wurde und zur Unfruchtbarkeit führte.«

Lisann schluckte. »Bei wem?«

»Das darf ich ihnen leider nicht sagen.«


Lisann lag in ihrem Bett auf der unversehrten Seite. Auf der rechten Schulter hatte sich ein gigantisches Hämatom gebildet, auf dem ein Kühlpad lag. Sie hatte auf eigenen Wunsch nicht sofort mit ins Krankenhaus fahren wollen, aber Tess gebeten, diese Nacht bei ihr zu bleiben. »Ich muss dir unbedingt etwas zeigen. Sei lieb und gib mir mein Handy.«

Tess holte es und Lisann öffnete die Galerie und hielt der Freundin dann ein Bild unter die Nase. Tess überlegte einen Moment, indem sie das Display hin und her drehte, dann stöhnte sie leise: »Oh, Scheiße!«

Es war ein Ultraschallbild. In dem schwarz-weiß strukturierten Kegel lagen in einer gemeinsamen dunklen Fruchthöhle zwei Föten wie Böhnchen eng aneinander geschmiegt. »Die Ärztin sagte, dass zweieiige Zwillingsschwangerschaften genetisch bedingt sein können, aber nur mütterlicherseits. Also liegt bei mir lediglich eine verrückte Laune der Natur vor. Trotzdem werde ich den Gedanken nicht los, dass ich es hätte ahnen müssen! Was denkst du?«

»Ich glaube, Kinder, Gläubige, Träumer und Verliebte sehen nur, was sie sehen wollen.« 


© Inhalt urheberrechtlich geschützt – Heather M. Kaufman 27.04.2020

(Collage unter Verwendung eines Bilds von Sarah Richter auf Pixabay)