Wald-Elfchen

Tränen
verheulter Wälder.
Brennend heiß geweint
ist jeder Tropfen kostbar.
Wasser!

Rosa von https://rosasblog54.com und Sven von https://herzkoma.wordpress.com, zwei liebe Blogger meiner sehr überschaubaren Follower-Schar, inspirieren mich immer wieder aufs Neue, unbekannte, spannende Pfade zu betreten, unkonventionell oder anders(he)rum 🙃 zu denken und zu lernen. Bloggerfreuden pur und, wie ich es für mich verstehe, Leben!

Von Rosa erfuhr ich erstmals von Elfchen, bei denen es sich keineswegs um die kleinen fantastischen Flügelmenschlein handelt, sondern eine spezielle Mini-Gedichtform mit insgesamt elf Wörtern, die sich in festgelegter Anzahl auf fünf Zeilen (1-2-3-4-1) verteilen. Da das Verfassen von Elfchen angeblich schon im Grundschulunterricht oder im kreativen Schreiben vermittelt wird, muss es mir, wie leider so vieles, durchgewitscht sein. Ich sitze freiwillig nach und werde hier ab und zu ein Elfchen verlieren, allein schon wegen ihres so zauberhaften Namens!

Meine lyrischen Stolperschritte erinnerten mich während des Arbeitens sehr an Loriot in seiner grandiosen Rolle als Dichter Lothar Frohwein (in: „Pappa ante Portas“, 1991) bei seiner Lesung „Melusine“, die mit „Krawehl, krawehl …“ begann und die mich damals wirklich Tränen lachen ließ.

Wir lassen uns gerade in dieser Jahreszeit von traurigen Stimmungen hinreißen und fort tragen und vergessen dabei, ganz bewusst nach erfreulichen Ausschau zu halten. Angesichts der ernsten Weltbetrachtung und der Größe der Probleme scheint es tatsächlich unmöglich, die dagegen so bescheidenen, winzigen Highlights zu erkennen.

„Ja, Friederike, so muß man leben, immer so die kleinen Freuden aufpicken, bis das große Glück kommt…“

„Ja, wenn es bloß kommt …“
„Und wenn es nicht kommt, dann hat man wenigstens die kleinen Glücke gehabt.“

Theodor Fontane, Die Poggenpuhls

Wir werden das kleine Glück nicht in Dingen, sondern am ehesten in anderen Menschen finden. Dort liegt aber auch die größte Gefahr einer Verletzung.

Zum Glück gibt es Mut.

5 Thoughts

  1. Dein erstes „Elfchen“ überzeugt schon voll. Ich selbst bin unfähig, nach Vorgaben zu schreiben. Ich könnts zwar versuchen und ein paar Texte zusammen bekommen, die aber dann doch nur mittelmäßig wären. Schon bei Limericks und Haikus hab ich versagt.

    Das Zitat von Fontane gefällt mir auch gut, weil ich sowieso denke, dass das kleine Glück eigentlich das wahre Glück bedeutet. Die Poggenpuhls hatten wir in der Realschule gelesen, aber ich kann mich an nichts mehr erinnern.

    Wir sollten nicht weniger vertrauen, nur weil die Möglichkeit besteht, dass ein Vertrauen missbraucht werden könnte und wir sollten keine Angst haben vor einer Verletzung, die vielleicht gar nicht eintrifft. Da müsste man auch Vorkehrungen treffen, dass einem der Himmel nicht auf den Kopf fällt 😉

    Literarisch bist du auf dem richtigen Weg. Ich kann dich nur bestärken. Schönen Abend dir und deinen Lieben wünscht der Sven ❤

    Gefällt 2 Personen

  2. Oh, schön, jemanden in diesen Zeiten im positiven Sinne angesteckt zu haben! 😃 Gefällt mir auch – dein Elfchen, und ich bin gespannt auf weitere. Ich selbst versuche es gerade auch wieder, mal sehen, was daraus wird. 😉
    Liebe Grüße
    Rosa

    Gefällt 1 Person

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