Kokons

»Mann, wenn ich erwachsen bin, dann werde ich jeden Tag fliegen, um die Welt von oben zu betrachten. Und ich will eine Familie gründen und wir alle werden bis ans Ende unserer Tage Freude haben!«

»Du bist ein Spinner«, sagte ich.

»Nein, bloß ein Schwärmer!«

Alter Falter, dachte ich, während die Raupe weiterkroch, versteh´ einer die Insekten!  


Es herbstelt, die Tage werden merklich kürzer und es wird endlich Zeit, mich aus meiner Sommer-Eremitage, meinem Kokon zu befreien. Natürlich habe ich weit weniger geschafft, als ich euphorisch zu Beginn der Auszeit hoffte, aber irgendetwas entwickelt sich immer heimlich, ohne jedes Zutun und tief im Verborgenen, ohne dass es sofort ersichtlich ist – darauf vertraue ich.

In zwei Tagen startet eine hoffentlich „Limited Edition“ der Frankfurter Buchmesse mit coronabedingt digitalem Schwerpunkt. Krisenkreativität ist derzeit gefragt und so viele Teilnehmer zeigen schon jetzt ihr Talent!

Zwischen Buchmesse und Halloween wird mir alljährlich ganz bücherig um´s Herz. Soviele Neuerscheinungen, auf die ich Appetit hätte und so viele dunkle Stunden, um sie entweder mit einem Buch zu erhellen oder mit schaurigen Geschichten noch finsterer zu gestalten. Meine diesjährige Halloween-Spielerei Wer anderen eine Grube gräbt , findet Ihr unter meinen Tiny Tall Tales.

Den sanften Blog-Auftakt übernimmt mein von der Jahreszeit inspirierter Versuch einer Short Short Story (ja, ich weiß, üben, üben, üben!). Noch immer fühle ich mich seltsam entschleunigt oder aus der Zeit gerutscht, was durchaus ebenfalls mit der zweiten Welle #wirbleibenzuhause zusammenhängen könnte.

The Story of my Life! 🤫

5 Thoughts

  1. „Wer anderen eine Grube gräbt“ kommt so makaber daher, dass der Altmeistern Hitchcock es wohl damals als Kurzfilm abgedreht hätte. Liest sich wie eine Kurzgeschichte von Stephen King und steht dem Meister in nichts nach.

    Ich weise andere Leser dieses Blogs darauf hin, dass wir es hier mit einer wirklich guten Halloween-Shortstory zu tun haben, die meisterlich erzählt ist und den Spannungsbogen immer bis zum kalten Ende in Erde erweitert.

    Das Ende zeigt sich eines Edgar Allan Poes würdig. Da gibt es keine Gnade: Es kommt, wie es kommen muss, doch ich will nichts verraten, denn nur selbst lesen bringt Spaß.

    Um an die Halloween-Geschichte zu kommen, muss man nur oben den blau unterlegten Link anklicken und schon ist man Leser einer der spannendsten Texte, die ich zu Halloween diesjahr gelesen habe: Eine Frau, die unter Angstattaken leidet allein in der freien Natur, ausgesetzt ihren Ängsten und keine Hilfe weit und breit ..

    Hätt ich von Heather nicht erwartet, die so unscheinbar daherkommt und es doch faustdick hinter den Ohren hat ..

    Wundervoll und Danke .. ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Oje, wie gut, dass niemand meine Schamröte ob des flammenden Lobes sehen kann! Ein brennend rotes Gesicht, zudem entstellt durch das, was ich faustdick hinter den Ohren habe – 🎃 ein Anblick, Halloweens würdig! Vielen Dank, lieber Swen, für das so nette Kompliment und den zauberhaften Genuss eines Zuspruchs!

      Gefällt 1 Person

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