Typ Sonnenanbeter oder Mauerblümchen?

Nicht nur Sonnenblumen richten ihren Wuchs nach dem Stand der Sonne aus. Auch viele Menschen lieben es, im Licht zu stehen, sich selbst oder ihr Schaffen zu präsentieren und sich in der abstrahlenden Wärme vermeintlichen Ruhmes zu sonnen. Gerade wir Selfpublisher sollten damit im richtigen Maß umgehen können, liegt doch die Vermarktung unserer Werke allein in unseren Händen und da heißt es „Klappern gehört zum Handwerk“. Doch was ist das richtige Maß?

Ganz ehrlich? Ich selbst brauchte schon enorme Überwindung, zunächst ein Büchlein in die Welt zu entlassen, dann einen Instagram-Konto einzurichten und zu pflegen und nun diesen Blog, der ebenfalls ganz persönliche Ansichten öffentlich macht. Der Mensch hinter der Arbeit ist wichtiger als das Schaffen selbst geworden. Um Meinungen zu äußern, Privates zu teilen oder sogar Fotos/Selfies zu zeigen, benötigt man Selbstbewusstsein und Vertrauen. Mit jeder noch so kleinen Information mache ich mich verwundbar, gebe „Waffen aus der Hand“ oder lege meine Angriffsziele bloß. Schaue ich mich im Web um, finde ich schnell Belege und sogar Opfer von Stalkern, Mobbern, Trollen und Menschen, die mit dem Bobbycar durch die Kinderstube gehupt sind und weder Respekt, noch Toleranz oder Anstand besitzen. Dort gilt die selbe Hackordnung wie im normalen Alltag, nur die Anonymität macht es diesen Menschen leichter. Zudem haben viele nur ihre Interessen im Blick und Freundlichkeit und Smiley-Rudel sind oft nur Blendwerk, um eigene Ziele zu erreichen. Es gibt Sternstunden, in denen mutig Schranken aufgewiesen werden, gelegentlich für Mitstreiter eingestanden wird oder auch ehrliche, sachliche und/oder bereichernde Kommunikation stattfindet. SOCIAL Media eben!

Ob ich offen auf meine Umwelt zugehen kann oder eher ein Introver-Tier bin, ist kaum erlernbar, sondern Bestandteil der individuellen Veranlagung. Extrovertierte Persönlichkeiten tun sich aufgrund ihrer Geselligkeit und ihrer Kontaktfreudigkeit privat und beruflich leichter, sie sind zumeist beliebt und erzählen ihre Wippchen gerne vor Publikum. Eine deutlich bessere Ausgangssituation für Ego-Marketing (wenn auch leicht mal overdone)!

Ich bin staatlich anerkanntes Mauerblümchen und trotzdem der festen Überzeugung, dass es Raum für jeden Charakter und fast alle Wesensgrade gibt. Ob zuviel oder zuwenig (egal von was) – für jeden gibt es Platz für seinen ureigenen Weg. Falsch ist nur, sich an denen anderer zu messen. Der Grat zwischen Anpassung und Sichverbiegen ist extrem schmal. Ein gut angepasstes Kleidungsstück schmeichelt der Figur und schmiegt sich unaufdringlich und bequem an; ein zu kleines oder großes hingegen, wirft Falten oder engt ein, bis es reißt. Selbst gesetzte Ziele sind erreichbar und keineswegs ein Griff nach den Sternen. Wenn ich mich irre, so ist es wenigstens mein ganz eigener Irrtum.

Wie seht Ihr Euch selbst? Schüchterner, dick bepulliter Einsiedler im Holzhäuschen in Smaugs Einöde mit Blick auf den nebelverhangenen See oder Typ Diogenes:

„Hej du, ich bin Autor, gerne lese ich dir gelegentlich etwas vor. Aber jetzt „Geh mir aus der Sonne!“, ich muss schreiben!☀️ 😎 

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